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Meine weiteren Recherchen erbrachten mir noch zu wenig. Z.B. ist unklar, wann
"verwendet wurde" meint. Nur im dritten Reich oder noch nach dem 2. Weltkrieg?
Jan Schwarzberg schrieb mir im Juli 2009 dazu:
Die Ampulle ist (wie die Sprengschule richtig mitteilte) ein Reizkörper (Fällung Bromessigsäureethyl- bzw. -methylester oder Bromaceton), der
mit einer kleinen Schwarzpulverladung (magnesiumoxidstabilisiert) zum Zerknall gebracht wurde. Hersteller und genauer Entwicklungs- zeitraum sind unbekannt.
Die Ampullen wurden von allen Gliederungen im Dritten Reich zu Dichte- proben von Gasmasken benutzt (RLB, Heer, Luftwaffe, Marine, TENO, HJ
usw.). Bei Polizei und Heer erfolgte eine Nutzung auch zum “Ausräuchern” von Gebäuden, Bunkern und Unterständen.
Die Verbreitung scheint flächendeckend im deutschen Machtraum gewesen zu sein, mir sind Funde in Russland, Ungarn, Belgien, Holland (Bunker-
stellungen an der Scheldemündung), Magdeburg und der Altmark bekannt.
Herzlichen Dank!
Wer jedenfalls beim Üben noch nicht perfekt war, litt hinterher nicht bloß unter Augenreizung:
Chemisch gilt die Substanz als sehr giftig, krebserregend, feuergefährlich bis explosiv
und stark wassergefährdend. Ich zitiere hier vom Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV):
"GESUNDHEITSGEFAHREN / ERSTE HILFE
AUFNAHMEWEGE Die Substanz kann in den Körper aufgenommen werden durch Inhalation.
WIRKUNGEN BEI KURZZEITEXPOSITION Tränenreizend. Ätzend gegenüber Augen, Haut und Atmungsorganen.
Inhalation kann zu Lungenödem führen (s. Anm.). Verschlucken kann zur Aspiration in die Lunge führen. Gefahr der Aspirationspneumonie. Exposition kann zum Tode führen.
WIRKUNGEN NACH LÄNGERANDAUERNDER ODER WIEDERHOLTER EXPOSITION Krebserzeugend.
ALLGEMEINE SYMPTOME Erbrechen. Husten. Kopfschmerzen. Kurzatmigkeit. Übelkeit. Brennen. Krämpfe.
Keuchende Atmung. Halsbeschwerden.
SCHUTZMASSNAHMEN Nebelbildung vermeiden! Absolute Sauberkeit! Wiederholten oder andauernden Kontakt vermeiden!
INHALATION: ERSTE HILFE Frischluft, Ruhe. Künstliche Beatmung, falls notwendig. Ärztlicher Behandlung zuführen.
HAUT: ERSTE HILFE Erst mit viel Wasser spülen, dann kontaminierte Kleidung entfernen. Haut erneut mit viel
Wasser spülen oder duschen. Ärztlicher Behandlung zuführen.
AUGEN: SCHUTZMASSNAHMEN Gesichtsschutz.
AUGEN: ERSTE HILFE Augen einige Minuten lang mit viel Wasser spülen. Wenn möglich, vorher Kontaktlinsen entfernen.
Verletzten zum Arzt bringen.
ORALE AUFNAHME: SCHUTZMASSNAHMEN Während der Arbeit NICHT essen, trinken oder rauchen.
ORALE AUFNAHME: ERSTE HILFE Ärztlicher Behandlung zuführen.
ANMERKUNGEN Kontaminierte Kleidungsstücke sachgerecht beseitigen.
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